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Predigerkirche
> Geschichte und Sehenswertes
Geschichte
und Sehenswertes
Die Predigerkirche diente ursprünglich den Basler
Dominikanern als Klosterkirche.
1233
- 1237 entsteht die erste Kirche beim Dominkanerkloster.
1262 - 1269 erfolgt ein Umbau und in diesem Zusammenhang
wurde die Predigerkirche als eine der ersten Kirchen
am Oberrhein im gotischen Stil ausgeführt. 1264
wurde der Chor vom dem Universalgelehrten Albertus Magnus,
Dominikaner und Bischof von Regensburg, geweiht.
Das Kirchengebäude schafft optimale Bedingungen
für ein zentrale Aufgabe des Dominkanerordens:
Die sog. Leutkirche, die ca. die Hälfte der Grundfläche
umfasst, wird zu Ort der Verkündigung. Chor und
Leutkirche sind durch den - teilweise transparenten
- Lettner getrennt. So finden sich unter einem Dach
ein "heiliger Ort" (Chor) und eine Art "semi-sakraler
Raum". Orientierung in der Welt und Feier der göttlichen
Gegenwart finden ihre Zusammenführung, ohne ihre
jeweilige Akzentuierung zu verlieren.
Der Taufbrunnen ist der Ort, wo die Täuflinge
in geheimnisvoller Weise mit dem Weg Jesu Christi verbunden
werden. Hier ist die eigentliche Tür zum Licht
Christi, zu seinem Wort und zu seiner Geisteskraft.
Der Taufstein stammt auf dem frühen 15. Jahrhundert
und wurde bei einer Ausgrabung bei der Leonhardkirche
gefunden. Besonders schön ist, daß Rosenblüten
den Taufstein zieren. Die Rosenblüten stehen für
die Schönheit und den anziehenden Duft des biblischen
Lebensweges.
Im Tabernakel bewahrt die Gemeinde - entsprechend der
frühchristlichen Tradition - eine kleine Menge
des eucharistischen Brotes für Kranke und Leidende.
Die Christkatholische Kirche erkennt in der Feier des
Abendmahles einen wesentlichen Auftrag Jesu Christi
an die Menschen, die ihm nachfolgen. Brot und Wein werd
in der Gegenwart des göttlichen Geistes - also
im Gebet und im Segen - in ihrem Wesen gewandelt. Es
sind Brot und Wein, und doch sind sie viel mehr: Gottesgegenwart,
wirkende Zeichen des Heiles und der Befreiung. Auf verborgene
Weise lebt die Gotteskraft in ihnen.
Die Schlußsteine der Gewölbe sind besonders
gestaltet. Sie zeigen schlichte Blattmuster und die
Evangelistensymbole: Der geflügelte Mensch steht
für den Evangelisten Matthäus, der Löwe
für Marcus, der Stier für Lucas und der Adler
für Johannes. Damit haben die Christen die alttestamentliche
Bildwelt übernommen und weiterentwickelt. Im Buch
des Propheten Ezechiel (Ez 1,4-12) wird von den Erscheinungsformen
des Lebendigen Gottes gesprochen. Und eben diese Symbole
werden auf die Verfasser der Evangelien übertragen.
Es geht also nicht um eine Erkennungsmarke für
die Schriftsteller, sondern um die Aussage: Der Lebendige
Gott zeigt und erweist sich in der Frohen Botschaft!
Ursprünglich hatte die Predigerkirche einen kleinen
Dachreiter aus Holz. Er diente als Aufhängung für
die Glocke, die zum einen die Gebetszeiten der Klosterbrüder
strukturierte und zugleich auch die Bürger zum
Gotteslob einlud. In einer Welt ohne Uhren war die Glocke
für alle ein wichtiger Taktgeber während des
ganzen Tages. 1423 findet das neue, steinerne Glockentürmli
seine Vollendung. In seiner Eleganz und perfekten Proportion
erscheint es wie eine Miniatur des gewaltigen Turmes
an der Münsterkirche Ulm. Mit dem Blick nach Norden
und Süden ist je ein Christuskopf angebracht. In
unendlicher Güte schaut das Gesicht Christi in
der zentralen Achse auf die ganze Welt. Diesen lebendfreundlichen
Blick auf dem eigenen Leben ruhen zu lassen und ihn
in Behutsamkeit weiterzugeben, versteht die Christkatholische
Gemeinde als eine ihrer zentralen Funktionen.
Einen
besonderen Schatz besitzt die Christkatholische Kirche
Basel-Stadt mit einem mittelalterlichen Vortragekreuz.
Das vergoldete Kreuz will nicht Zeichen äußerer
Pracht sein. Vielmehr thematisiert es die Gebrochenheit
menschlicher Existenz, die letztlich im Tod gipfelt.
Zugleich aber spricht es in seinem Gold von der rettenden
Zuwendung Gottes, die den gekreuzigten Menschen nicht
dem Leid und nicht dem Tod überläßt,
sondern ihm (und uns!) aufs neue das Leben in Fülle
schenkt.
Die Christkatholische Kirche hat eine besondere Verbindung
zu den orthodoxen Kirchen. So ist es ein Zeichen tiefer
Verbundenheit, daß seit 2003 Ikonen, also Bilder,
die der ostkirchlichen Tradition verpflichtet sind,
ihren Platz in einer der Lettnerkapellen gefunden haben.
Die drei Ikonen hat unser Gemeindemitglied, Frau G.
Sutter, gemalt. Die Ikonen zeigen den Christusknaben
mit seiner Mutter und zwei Erzengel (links Michael,
rechts Gabriel). Menschwerdung, Geborgenheit und Weggeleit
sind hier in eindrucksvoller und innerlicher Weise zum
Bild geworden.
Das
schwere Erdbeben in Basel zerstört 1356 große
Teile der Kirche. In den folgenden Jahrzehnten renoviert
der Konvent seine Kirche und läßt zudem eindrucksvolle
Malereien anbringen. (Bilder: Maria, Johannes d.T.,
Vincentius Ferrèr).
Während des Konzils von Basel spielt die Predigerkirche
eine überaus wichtige Rolle als Ort der Beratung
und der liturgischen Feier.
1529 zerstören reformatorische Bilderstürmer
fast die gesamte künstlerische und liturgische
Ausstattung. Der Dominikanerkonvent wird aufgelöst.
Ab 1614 erhält die französischsprachige reformierte
Gemeinde die Leutkirche als Gotteshaus. Trennung vom
Chor durch eine Holzwand. Auf dem Lettner wird 1767/69
von Johann Andreas Silbermann ein neue Orgel errichtet.
Heute befindet sie sich auf einer eigenen Empore im
Westen der Kirche.
Ab 1684 wird der Chorraum als Frucht- bzw. als Salzlager
genutzt.
Die Klostergebäude werden 1857 abgerissen. Von
1876 - 1877 erfolgt eine grundlegende Renovation der
Kirche. Von diesem Zeitpunkt an nutzt die Christkatholische
Gemeinde die Predigerkirche: Sie lebt und feiert in
ihr!
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