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Seelsorge
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Segen
Der Segen und das Segnen haben für die christliche
Tradition eine besondere Bedeutung. Das entscheidende
Vorbild ist Jesus von Nazareth selbst: Er legt den Kindern
die Hände auf und segnet sie! Die Zusage des Geborgenseins
in der göttlichen Liebe gilt es zu allen Zeiten
zu erneuern und sich gegenseitig neu zu zusagen. Alle
Getauften sind eingeladen sich diesen Segen, diese Gotteskraft
einander zu geben. So ist es gut, wenn Eltern ihre Kinder
am Morgen und am Abend (z.B. mit einem Kreuzzeichen)
segnen.
Auch die Bitte um den Segnen vor dem Essen ist ein guter
christlicher Brauch und erinnert an den Geschenkcharakter
des Lebens.
Für Menschen, die einander verbunden sind, kann
es eine Vertiefung ihrer Beziehung sein, wenn sie einander
in besonderen Lebenssituationen segnen.
Bei aufmerksamer Betrachtung des eigenen Lebens kann
der einzelne Mensch feststellen, daß sein Tun
nicht immer eine eindeutige Richtung nimmt. Ob mein
Handeln eine positive oder ein lebensverneinende Wirkung
hat, liegt nicht in meiner Hand. Ein gutgemeintes Wort
kann leicht negativ aufgefaßt und ausgelegt werden.
Christliche Spiritualität weiß um diese Begrenztheit
des eigenen Tuns und lädt daher ein, am Beginn
eines jeden Tages das Kommende unter die Hand Gottes
und seinen Segen zu stellen.
Besondere Segensfeste können in der Kirche mit
dem Pfarrer oder der Diakonin gefeiert werden. Immer
ist es Gott der segnet. Und daher ist es eine der Hauptaufgaben
der Geistlichen, die in der Weihe empfangene Geisteskraft
weiterzugeben. So werden bei besonderen Feiern Kranken,
Leidenden oder Orientierunsuchenden die Hände zum
Segen aufgelegt.
Ebenfalls gibt es die Möglichkeit, die Wohnung,
das Haus, die Werkstatt, die Praxis oder das Unternehmen
in einer kleinen Feier von einem der Geistlichen segnen
zu lassen.
Es folgen zwei Beispiele für Segensworte, die
in den Gottesdiensten der Christkatholischen Gemeinde
wichtig geworden sind:
- Aronitischer Segen (Num 6,24):
"Der segne Dich und behüte Dich.
Er lasse sein Angesicht über Dir leuchten und
sein Dir gnädig.
Er wende Dir Sein Antlitz zu und schenke Dir Heil!"
- Das folgende Segenswort geht auf Sedulius Caelius
(425-450) zurück:
Der HERR sei vor Euch
und zeige Euch den rechten Weg!
Der HERR sei hinter Euch,
um Euch zu bewahren vor der Heimtücke böser
Menschen!
Der HERR sei neben Euch
und schütze Euch vor jeder Bedrängnis
von links und rechts!
Der HERR sei unter Euch.
Und er mache Eure Schritte fest.
Der HERR sei in Euch
und mache Eure Herzen zu einem Ort der Liebe!
Der HERR sei zwischen Euch,
um Verständnis und Freundschaft wachsen zu
lassen.
Der HERR sei um Euch herum
und fange Euch auf, wenn Ihr fallt!
Der HERR sei über Euch
und segne und schütze Euch mit seiner Hand!
So segne Euch der Gütige Gott.
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